Aktion Oberbilker Geschichte(n) e.V.

Mahnung und Verpflichtung

Gedenken an das Novemberpogrom 1938

Am 9./10. November jährt sich das Novemberpogrom 1938 zum 85. Mal. Der organisierte Nazi-Terror in der Pogromnacht richtete sich gegen Menschen jüdischer Herkunft. Es war der Auftakt für eine verschärfte Ausgrenzung und Verfolgung, die am Ende in den millionenfachen Mord an jüdischen Menschen mündete. Verfolgt wurden aber auch alle, die dem Nazi-Regime missliebig waren, besonders die, die offen Widerstand gegen die Diktatur leisteten. Der Arbeiterstadtteil Oberbilk war davon stark betroffen.

Aktion Oberbilker Geschichte(n) e.V.

Oberbilker Geschichte(n)

Die Oberbilker Geschichtsinitiative und ihr Trägerverein „Aktion Oberbilker Geschichte(n)“ haben sich zum Ziel gesetzt, die Geschichte des Stadtteils an ausgewählten „historischen Orten“ im Quartier erfahrbar und erlebbar zu machen. Wie das gelingen kann, obwohl z.B. aus der industriellen Vergangenheit kaum noch Spuren im Stadtbild sichtbar sind, gehört zu den Herausforderungen, denen sich die Geschichtsinitiative stellen will. Nach ihrem Verständnis ist Stadtteilgeschichte auch weitaus mehr als Industriegeschichte.

Führung zur Oberbilker Industriegeschichte am Tag des offenen Denkmals
Führung zur Oberbilker Industriegeschichte am Tag des offenen Denkmals 2021 durch Prof. H. Wessel.
Foto: Thomas L.H. Schmidt
Oberbilker Stadttor. Eisenbahntunnel des Düsseldorfer Hauptbahnhofes. Foto: Thomas L.H. Schmidt
Oberbilker Stadttor. Eisenbahntunnel des Düsseldorfer Hauptbahnhofes. Foto: Thomas L.H. Schmidt

Oberbilk

Damals war mit der Industrie und den zugewanderten Arbeitskräften auch „eine vielsprachige, fremdartige, künstlich geschaffene neue Welt aus vielerlei Kulturen“ entstanden, wie es der in Oberbilk geborene Schriftsteller Dieter Forte ausgedrückt hat. Geschichte umfasst deshalb nicht zuletzt auch die Geschichte der Zuwanderung, die den Stadtteil seit seiner Entstehung im 19. Jahrhundert geprägt hat und in anderer Form bis heute prägt.

Auf geradezu poetische Weise beschreibt Dieter Forte, der in Oberbilk geborene und aufgewachsene, im Jahr 2019 in Basel verstorbene Schriftsteller in seinem Roman „Das Muster“ (1992 als erster Band seiner „Tetralogie der Erinnerung“ erschienen) die Entstehung des ersten Industrie- und Arbeiterviertels Düsseldorfs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
 
Oberbilk war die Welt … dieses Fleckchen Erde, das jahrhundertelang als Ödnis unter einem offenen Himmel lag, Sand und Gesträuch, einsames Gehölz und unbekannte Wege zwischen Morgen- und Abenddämmerung, Sonnen- und Regentagen, bis in einem Schöpfungsakt von wenigen Jahren aus diesem stillen, gottvergessenen Brachland ein vibrierender, feuerspeiender, ohrenbetäubender Ort entstand …

Dieter Forte (Das Muster)